Feuerwehr Oberneisen ist stark gefordert

Bericht der RLZ vom 17.01.2017

Feuerwehr Oberneisen ist stark gefordert

Mitgliederversammlung Wehrführer Johannes Mack beklagt geringere Wertschätzung der geleisteten ehrenamtlichen Arbeit 

Von unserer Mitarbeiterin Anna Manz 

Oberneisen. Das vergangene Jahr der Freiwilligen Feuerwehr Oberneisen zeichnete sich einerseits durch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Einsätzen aus, zeigte auf der anderen Seite aber auch deutlich die geringere Wertschätzung der geleisteten Arbeit der Brandschützer. Die insgesamt 23 Einsätze führte Johannes Mack, Wehrführer und Vorsitzender des Fördervereins, auf die ausgeprägte Unwetterlage im Frühjahr und Sommer zurück. 

Aufgrund des Starkregens rückte die Feuerwehr beispielsweise wegen überfluteten Straßen, überschwemmten Kellern, aber auch zur Beseitigung von Schlamm aus. Von den 246 Mitgliedern sind derzeit 33 im aktiven Dienst. Dementsprechend standen im vergangenen Jahr zahlreiche Übungen, sowie Aus- und Fortbildungen auf dem Programm. So gab es unter anderem 37 Monatsübungen, die einem neuen Konzept unterlagen, das nach einer theoretischen Erarbeitung des Sachverhalts im Anschluss die praktische Umsetzung vorsieht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt nach wie vor in der präventiven Brandschutzerziehung der Vorschulkinder im Kindergarten. Außerdem bietet die Feuerwehr weitere Fortbildungen an. So konnten die Aktiven im vergangenen Jahr den zweiten Teil eines Grundausbildungslehrganges, die Ausbildung zum Sprechfunker oder auch eine Fortbildung für Gruppenführer absolvieren. 

Um weiterhin derart kompetent und teamfähig bei den Einsätzen zu bleiben, bedarf es jedoch nicht nur den gemeinschaftlichen Übungen. Der Zusammenhalt innerhalb der vier Einsatzgruppen wurde zusätzlich durch zahlreiche Ausflüge und sonstige gemeinsame Aktivitäten gefördert. Dazu gehörten unter anderem die Neujahrswanderung der Frauengruppe, Ausflüge nach Köln, Hachenburg und Hamburg oder das traditionelle Spanferkelessen sowie die Treffen der Alterskameraden. Johannes Mack machte deutlich, wie vielfältig sich die Feuerwehr Oberneisen in örtliche und überörtliche Veranstaltungen einbringt. Zu nennen wären die Kappensitzung und der Kreppelkaffee in Oberneisen, ebenso wie die Teilnahme am Lohrheimer Kirmesumzug und auch die 16. Auflage von „Fahr zur Aar“, bei der die Verkehrsabsicherung übernommen wurde. Dank sprach der Wehrführer den aktiven Mitgliedern und allen aus, die den Verein durch Spenden und Arbeitseinsätze unterstützen. 

Das Vereinsjahr hatte allerdings auch negative Begleiterscheinungen. „Es ist schade, dass die geleistete Arbeit von den Bürgern nicht geschätzt wird. Dies hat sich vor allem beim Infotag zur Nachwuchsgewinnung in der Frauengruppe gezeigt“, räumte Mack ein. An diesem Schnuppertag erschienen nahezu keine Interessenten. Um die Feuerwehr mehr in das Bewusstsein der Bürger zu rücken, lädt sie am Samstag, 21. Januar, zu einer Après-Ski-Party in die Oberneiser Grillhütte ein. Ab 17 Uhr gibt es ein Programm für Familien und am Abend für alle, die gemeinsam feiern möchten. Neben Glühwein und selbst gemachten Suppen sorgt DJ Tamino für Musik.

Ein großes Lob gab es von Verbandsgemeindebürgermeister Volker Satony: „Die Feuerwehr in Oberneisen ist stets schnell am Einsatzort, sehr aktiv und leistet gute Arbeit. Bei Sonderlagen wie den Wetterextremen im vergangenen Sommer brauchen wir jeden Mann und Frau.“ Darüber hinaus informierte er über die Generalsanierung des Stützpunktgerätehauses in Hahnstätten und der Neubeschaffung eines mittleren Löschfahrzeuges. Er hofft auf eine Einweihung des Stützpunktes beim Hof- und Hallenfest im Mai. Den Worten des Bürgermeisters schloss sich Landrat und Mitglied Frank Puchtler an. Er sprach seinen Dank für die geleistete Arbeit aus und betonte die Wichtigkeit der Feuerwehr unter anderem bei Wetterextremen. Außerdem lobte er die aktive Beteiligung am Ortsleben in Oberneisen. Zu Kassenprüfern wurden Marina Schäfer, Freddy Reitz und Lars Kreusel gewählt. 

Ehrungen, Beförderungen und Verabschiedung

In der Jahreshauptversammlung standen zahlreiche Ehrungen und Beförderungen auf der Tagesordnung. So erhielt Steffen Lau das Silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen vom Land Rheinland-Pfalz für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Weitere Ehrungen für 25-jährige Vereinszugehörigkeit erfuhren Dennis Gertner und Sascha Wöll. Waldemar Müller, Ludwig Duscha und Alfred Lau zeichnete der Vorstand für 35-jährige Vereinszugehörigkeit aus. Wehrführer Johannes Mack und Stellvertreterin Kirsten Becker lobten die Vereinstreue und Verlässlichkeit der Geehrten. Außerdem wurden Axel Saueressig sowie Susanne Fritz zu Oberlöschmeistern befördert. Dies sei laut Mack eine besondere Auszeichnung, die durch jahrelange Vorstands- und Ausbildertätigkeit ausgesprochen werde. Zum Abschluss entpflichtete Mack Löschmeister Gerold Anschütz, der sich nach 17 Jahren aus dem aktiven Dienst verabschiedete. amz

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RZ Rhein-Lahn-Kreis (Ost) Diez vom Dienstag, 17. Januar 2017, Seite 19